Die Wenigsten wollten es glauben, aber es wurde doch wahr!


Eben war noch Rummel mit Riesenrad, Seilbahn, Seilbrücke und Schaubauten vom Aussichtsturm über normale Lagerbauten mit Sitzgelegenheit, Tischen und überdachten Feuerstellen, hochgebauter Kothe und Sitzgelegenheiten mit Tisch, die in den Hang hinein gebaut wurde bis zu den Kothen, Jurten und Großjurte, die uns als Schlafstatt und Versammlungszelt dienten.


Ja, und dann nach etwas über eine Stunde später war der Platz so gut wie picobello aufgeräumt, so dass die Abschlussrunde mit 10 Minuten Verzug beginnen aber doch pünktlich um 17:00 Uhr enden konnte.


Dies Alles war natürlich nicht selbstverständlich, so wie das ganze Lager hinüber haben Alle mit angepackt - ob groß oder klein - und dafür möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei euch bedanken.

... doch sollte ich von vorne beginnnen. So wie es die Autobahn und die Eisenbahn erlaubte, kamen im Verlauf des Freitag Abend bis Nacht etwas über 50 Pfadfinder aus (fast) allen Landstrichen Deutschlands an, zum Bundeswettkampf um den Georgsschild. ......


Viele helfende  Hände fingen schon mal an, am Freitag die Zelte aufzubauen, die über Nacht schon gebraucht wurden: die „Schlaf-“Jurte für alle hilfsbereiten Rover, das Küchenzelt, das die erste Nacht für die Übernachtung der Pfadfinder herhalten musste, die erst in der Nacht kamen. Die Lagerplätze für die Sippen wurden abgesteckt und eine provisorische Waschstelle mit vielen Wasserhähnen wurde aufgebaut, damit sich die Schar von ca. 50 Pfadfindern waschen konnten, ohne dass sich lange Schlangen bilden mussten. Die ersten Sippen wurden von den Bahnhöfen in der Umgebung abgeholt.

Nach einer kurzen Abendrunde und dem Abendgebet wurde die erste Nacht eingeläutet und alle waren gespannt, was uns das Lager bringen wird.


Naturgemäß war die erste Nacht etwas unruhig. Nachdem überfüllte Autobahnen die letzten tapferen Nachzügler aus ihren Klauen ließ, kamen diese auch endlich in der Nacht am Lagerplatz an. Nach örtlicher Einweisung der Pfadfinder durch die Nachtwache - schließlich musste ja auch das richtige Zelt gefunden werden - , konnten sich auch die letzten Pfadfinder in die Arme von Morpheus fallen lassen.


Samstag früh, ging‘s dann gleich los. Mit einem lauten Weckruf wurde das Lager um 6:30 Uhr geweckt. Alle Sippen - einschließlich der nächtlichen Nachzügler - sprangen aus den Zelten und nach einem kurzen aber gründlichen Frühsport ging‘s ans Waschen. Danach Frühstücksausgabe, Frühstück und Aufräumen und schon konnte der Georgsschild um 8:00 Uhr feierlich und ganz offiziell eröffnet werden. Nach der Eröffnungsrunde feierten wir die heilige Messe. Nach einem Trupprat mit einer umfassenden Erklärung konnte der erste Programmpunkt beginnen:


-----   DER LAGERAUFBAU -------


Es gab viel zu tun und natürlich wollte jede Sippe zeigen, dass sie die Besten sind. Was alles aufgebaut wurde, kann der geschätzte Leser HIER sehen. Alle Lagerbauten, die ROT blinken, wurden von den Sippen gebaut. Darüber hinaus wurde noch mit großem Einsatz die Großraumjurte, eine Seilbahn und eine Seilbrücke von den Rovern aufgebaut. Neben dem Bannermast, der - als besondere Schwierigkeit - von einer Sippe auf die Wiese aufgestellt werden musste (ein tiefes Loch zu graben war eines der unmöglichen Dinge auf diesem Lagerplatz, da man gleich auf Felsen stieß) wurde noch ein Bannermast hoch auf einem Felsen aufgepflanzt. So wehte die ganze Zeit über ein Banner über unser Lager. Im Lager selbst wehten unsere Bundesflagge neben der Deutschland- und Europaflagge - so wie es auf jedem Lager üblich ist.

Der emsige Lageraufbau wurde von der Mittagspause, der anschließenden stillen (halben) Stunde und dem Rosenkranz mit Beichtgelegenheit unterbrochen. Pfarrer Maier aus der Gemeinde am Ort war so freundlich, unserem Kuraten bei der Beichtgelegenheit zu unterstützen.


Nach 6 Stunden Lageraufbau wurde der Aufbau abgeblasen und bewertet. Mit großer Skepsis wurde meine Ankündigung von den Sippenführern aufgenommen, dass die Bewertung der Lagerbauten von den Sippenführern selbst vorgenommen werden soll. Aber sie haben bereitwillig zusammen mit mir die Lagerbauten ehrlich und (wie ich nach der Auswertung sagen kann) absolut fair bewertet. Ich habe parallel die Lagerbauten von 3 Rovern bewerten lassen und war absolut verblüfft, als ich das Ergebnis ausgewertet hatte. Die Bewertung unter den Sippen spiegelte das Ergebnis der Bewertung der Führung voll wieder. Und wenn man noch weiß, dass die Sippenführer ihre eigenen Lagerbauten im Vergleich zu den anderen Lagerbauten einzuordnen wussten, darf ich eine sehr hohe Anerkennung der Fairness und Gerechtigkeit der Sippenführer untereinander aussprechen. Dazu ist noch zu sagen, dass ich noch nie so schnell mit der Bewertung von 11 Lagerbauten mit 12 (mit mir eingeschlossen) Juroren fertig war. Ca. in einer oder anderthalb Stunden waren wir fertig. Leider hat die Zeit nicht mehr gereicht, um eine abschließende Bewertung im Ehrenrat mit allen Kornetten durchzusprechen. Ich bat die Kornetten um ihr Vertrauen und sie überließen mir ihre Bewertung - Nochmals Euch Allen Vielen Dank!


Nach der Abendrunde und dem Abendgebet empfahlen wir uns dem Schutz Gottes, seiner hl. Mutter und allen Engeln und Heiligen und waren gespannt auf die Dinge, die da kommen sollten. Im Trupprat während des Lageraufbaus wurde bereits angekündigt, dass am nächsten Tag das Geländespiel stattfinden soll. Einige Materialien, die für das Spiel gebraucht wurden, wurden ausgeteilt, die Kuriere wurden im Gebrauch von Funkgeräten und Ferngläsern unterwiesen, kurz und gut - jeder konnte ahnen, dass ein tolles Abenteuer bevorstand.


Und just am Pfingstsonntag

..............   Nach ...... einem .......  kurzen ....... Schlaf ...........

wurde am frühen Morgen noch in der Dunkelheit ein Nachtalarm geblasen. Der ganze Lagerplatz war durch Fackeln gespenstisch schön erleuchtet. Fast alle Pfadfinder schafften es, rechtzeitig bereit zu sein und haben so die Voraussetzung für die Probe im 2. Grad bestanden. Nach einem Raketenstart vom hohem Felsen am Lagerplatz war eine Morsebotschaft zu empfangen. In einem Sternenlauf mussten viele Fragen und Aufgaben gelöst werden. Am Schluss bekam jede Sippe eine Landkarte vom Spielgebiet.

Plötzlich stieg eine weitere Rakete vom Felsen  - und da - stand hoch über dem Lagerplatz ein Rover und sendete mit Flaggen eine weitere Morsebotschaft. Über die Morsebotschaft erhielten alle die Information, wo sie als nächstes hingehen sollten.

Mit Karte und Kompass ausgerüstet ging es gleich 100 m steil den Berg hinauf. Am Treffpunkt - einem Höhepunkt im Gelände - erfuhren die Sippen, dass sie sich jetzt in der Handelszentrale befinden (wo es auch Kleinigkeiten zur Stärkung von Leib und Seele gab). Nun begann ein Handelsspiel nach allen Regeln der Kunst. Es wurde mit Gold, Pfeffer, Textilien, Salz, Eisenerz und Lebensmittel gehandelt.


Um 8:00 Uhr wurde eine Spielpause eingeläutet. Nach einer kurzen Einstimmung wurde der Wanderaltar aufgebaut und wir feierten am Pfingstsonntag den Gottesdienst. Und das mitten im Wald unter dem Gesang der Vögel - es war herrlich!


Nach der heiligen Messe und einem ausgiebigem Frühstück ging das Spiel in die 2. Handelsphase über. Eine fremde Patrizierfamilie mischte die Handelsfamilien auf. Es wurde gezockt - zwischendurch wurde eine Weltwirtschaftskrise erzeugt - die Inflation explodierte dramatisch - zwischendurch musste das Handelszentrum geschlossen werden. Über Funk wurden die aktuellen Kurse zum Tausch der Handelswaren durchgegeben.....

Über einen Kompassmarsch konnten die Sippen ein Fernglas erwerben, dass für eine Morsebotschaft über eine Entfernung von ca. 1,5 km benötigt wurde.

Hier erfuhren die Sippen, dass die Handelsfamilien aus Augsburg und Nürnberg zu ihrem jeweiligen Bürgermeister gehen sollten. Der Kaiser hat verkündet, dass er in den Krieg ziehen will und bat die Familien aus Augsburg und Nürnberg um Unterstützung. Die Augsburger haben beschlossen, seinen Ruf zu folgen. Die Nürnberger weigerten sich - somit waren die Fronten klar.

Gleichzeitig erfuhren die Augsburger und Nürnberger, dass ein kaiserlicher Geldkurier überfallen wurde und sämtliche Schätze im Wald verloren hatte. Diese Schätze galt es jetzt zu finden.


Nun ging es los an die spannende Schatzsuche. Nach einem spannenden Schlusskampf mit NassSchwammschlacht und vielen NassSchwammSchlachtAufT-ShirtFlecken und Ausbruchversuchen von Gefangenen mit NassSchwammSchlachtAufT-ShirtFleck ging das Spiel zu Ende.


Müde, aber glücklich stiegen die tapferen Krieger wieder den Berg hinab und unter der sengenden Sonne, und einer ausgiebigen Wasserschlacht konnten sich alle wieder erholen und frisch machen. Die „von Zecken verwundeten“ Krieger wurden fachmännisch verarztet. Von Rovern wurde ein köstlicher Nudelsalat mit warmen Würstchen gezaubert und endlich konnten wir nach dem Tischgebet alles gemeinsam zu Abend essen.


Nach dem Abendessen hatte wir viel Spaß in der Abendrunde mit Dr. Zeckenzange, der uns seine rechts- und linksdrehenden 64 Zecken präsentierte. Zu allem Unglück nahm die Zecke Hugo Reißaus, aber dank dem Geschick von Dr. Zeckenzange und der Mithilfe aller versammelten Pfadfinder konnte Hugo wieder überredet werden, in seine Kiste zu steigen. Nach einer kurzen Geschichte und einem Abendgebet empfahlen wir uns wieder dem lieben Gott und dem Schutz seiner Engeln und Heiligen.


Und er kam - der Pfingstmontag -


...... mit hl. Messe gemeinsam mit der Gemeinde vor Ort......

...... mit Tag der offenen Tür .....

...... mit Kochwettstreit ......

...... und ......

...... der Abschlussrunde mit Siegerehrung .....


Also, auf Los geht‘s los! Heute war längeres Schlafen angesagt. Schließlich waren die Sippen am Sonntag lang genug auf den Beinen. Nach dem Wecken um 7:30 Uhr, der obligatorischen Morgentoilette und einem ausgiebigen Frühstück ging‘s ans Aufräumen und Saubermachen. Schließlich wollten wir einen guten Eindruck bei unseren Gästen hinterlassen, die heute noch kommen sollten, um sich ein echtes Pfadfinderlager anzuschauen.

Um 10:00 Uhr feierten wir gemeinsam mit unseren Gästen aus der Gemeinde die heilige Messe an unserem selbstgebauten Lageraltar mit Baldachin. Die Rover untermalten die hl. Messe mit mehrstimmigen Gesängen. Die Sonne lachte vom Himmel und es wehte ein leises Lüftchen. Alles in Allem hat es mal wieder der Himmel sehr gut mit uns gemeint.


Nach dem Gottesdienst ging schon gleich der Kochwettstreit los. Da wurde gekocht, gebruzzelt und gerührt, dass es eine Wonne war, zuzusehen. Was sich natürlich unsere Gäste nicht entgehen ließen. Ich habe mir sagen lassen, dass sogar der eine oder andere Vorkoster unter den Gästen war. Und es muss ihnen gut geschmeckt haben. Nachdem eine Kostprobe der werten Jury vorgebracht wurde, konnten die Sippen ihr Festmahl freudig verspeisen.


Nach dem Kochwettstreit war endlich die Gelegenheit, all die prächtigen Lagerbauten auszuprobieren. Riesenrad fahren; die anderen Lagerbauten anschauen und probewohnen; wer schafft es als Schnellster, die Seilbrücke zu überwinden; und zuzuschauen, wie ein Rover die Seilbahn befuhr (vom Lagerplatz bis zum Felsen hinauf und wieder herunter - und das Alles ohne Motor sondern mit Muskelkraft und eingebauter Seilbremse). So was gab‘s noch nie!


Leider rief uns die Zeit. Und so mussten die ganzen Herrlichkeiten in etwas über einer Stunde abgebaut werden. Keiner hätte es uns geglaubt, aber wir haben es geschafft.


Und so kam es dann zur heiß ersehnten Abschlussrunde mit Siegerehrung. Die Spannung war groß. Schließlich standen aber doch die Sieger fest.


Den Ersten Platz mit 247,3 Punkten hatte die Sippe Falke aus Erlenbach belegt.

Herzlichen Glückwunsch! Macht weiter so!


Die weiteren Plätze wurden wie folgt belegt:

  1. 2.Platz Sippe Eichhörnchen mit 216,05 Punkten

  2. 3.Platz Sippe Bussard mit 206,95 Punkten

  3. 4.Platz Sippe Puma mit 197,95 Punkten

  4. 5.Platz Sippe Luchs aus Marktbreit mit 197,7 Punkten

  5. 6.Platz Sippe Luchs aus Erlenbach mit 173,95 Punkten

  6. 7.Platz Sippe Ameise mit 167,05 Punkten

  7. 8.Platz Sippe Leopard mit 165,3 Punkten

  8. 9.Platz Sippe Hermelin mit 155,55 Punkten

  9. 10.Platz Sippe Panther mit 149,3 Punkten

  10. 11.Platz Sippe Falke aus Blaubeuren mit 123,5 Punkten


Alles in Allem war dieser Georgsschild ein absolut tolles, faires und harmonisches Lager. Ohne euch Pfadfinder und all die Helfer, denen ich auch nochmals und immer wieder ein herzliches Dankeschön und Vergelt‘s Gott sage, wäre dieses Lager nicht so schön gewesen.

Ja, und was hat es mit diesem Zeichen auf sich? Wie bereits im Georgsschild 2007 habe ich auch dieses Jahr wieder ein Brandeisen machen lassen. Jeder, der auf diesem Lager dabei gewesen ist, bekam das Zeichen in den Pfadfinderstock oder in den Gürtel gebrannt.


Also denn, ich hoffe ich sehe euch dann wieder Alle UND NOCH MEHR auf dem nächsten Bundeswettkampf um den Georgsschild!


Herzlich Gut Pfad

Stefan